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Firmenwissen auf Knopfdruck: So funktioniert ein KI-Assistent mit eigenen Dokumenten

Automatisierung3 Min. Lesezeit

Leuchtende Glasfaserkabel an einem Netzwerk-Switch

«Wo finde ich die Vorlage für Wartungsverträge?» «Welche Garantie haben wir dem Kunden letztes Jahr zugesagt?» «Wie war nochmals der Ablauf bei einer Reklamation?» In jedem Betrieb stecken Antworten in Handbüchern, Mails und Ordnerstrukturen – und wer sie sucht, verliert Zeit. Ein KI-Assistent, der Ihre eigenen Unterlagen kennt, findet sie in Sekunden.

Warum ChatGPT allein nicht reicht

Allgemeine KI-Modelle wissen viel über die Welt, aber nichts über Ihren Betrieb. Fragt man sie nach internen Details, raten sie – und klingen dabei überzeugend. Die Lösung heisst RAG (Retrieval-Augmented Generation), auf Deutsch etwa «durch Nachschlagen ergänzte Antwort».

So funktioniert RAG – einfach erklärt

  1. Unterlagen einlesen: Handbücher, PDFs, Word-Dokumente, Wiki-Seiten oder Tickets werden in kurze Abschnitte zerlegt.
  2. Inhalt erschliessen: Jeder Abschnitt wird so abgelegt, dass die KI später nach Bedeutung suchen kann – nicht nur nach exakten Wörtern.
  3. Frage stellen: Eine Mitarbeiterin fragt in normaler Sprache.
  4. Nachschlagen: Das System sucht die passendsten Abschnitte aus Ihren Unterlagen.
  5. Antworten mit Quelle: Die KI formuliert eine Antwort nur auf Basis dieser Abschnitte und nennt die Dokumente, aus denen sie stammt.

Der Vorteil: Die Antwort ist nachprüfbar, und neue Dokumente sind sofort verfügbar – ohne das Modell neu zu trainieren.

Typische Einsätze im KMU

  • Internes Handbuch: Abläufe, Vorlagen, Richtlinien und IT-Anleitungen per Frage abrufen.
  • Support und Service: Techniker finden Lösungen aus früheren Fällen und Herstellerdokumentationen.
  • Offerten und Verträge: Frühere Angebote und Vertragsklauseln schnell wiederfinden.
  • Einarbeitung: Neue Mitarbeitende fragen den Assistenten, statt Kollegen zu unterbrechen.

Worauf Sie achten sollten

  • Berechtigungen: Der Assistent darf nur Inhalte zeigen, die die fragende Person auch sonst sehen dürfte. Lohnlisten gehören nicht in einen Assistenten für alle.
  • Datenqualität: Veraltete oder widersprüchliche Dokumente führen zu falschen Antworten. Aufräumen lohnt sich vorher.
  • Quellenangaben: Nur Antworten mit Verweis auf das Dokument sind im Alltag vertrauenswürdig.
  • Speicherort: Ihre Unterlagen sind vertraulich. Ein RAG-System lässt sich komplett auf eigener Hardware oder in einem Schweizer Rechenzentrum betreiben – siehe lokale KI im KMU.

Klein anfangen

Starten Sie mit einem klar begrenzten Bereich, zum Beispiel dem internen Handbuch oder den Support-Anleitungen. Nach ein paar Wochen zeigt sich, welche Fragen gestellt werden und wo Unterlagen fehlen. Danach lässt sich der Assistent schrittweise erweitern und etwa über n8n mit Mail, Ticketsystem oder ERP verbinden.

Fazit

Ein KI-Assistent mit eigenen Dokumenten macht verstreutes Firmenwissen zugänglich – nachvollziehbar und ohne dass Daten das Haus verlassen müssen. Wir planen und betreiben solche Assistenten auf Ihren Servern oder in der Schweiz. Mehr unter Automatisierung & KI.

Häufige Fragen

Was bedeutet RAG?

Retrieval-Augmented Generation: Die KI sucht zuerst passende Stellen in Ihren Dokumenten und formuliert die Antwort anschliessend nur auf dieser Grundlage.

Muss die KI mit unseren Daten trainiert werden?

Nein. Beim RAG-Verfahren bleibt das Modell unverändert. Ihre Dokumente werden nur durchsucht, neue Unterlagen sind sofort verfügbar.

Kann der Assistent trotzdem falsche Antworten geben?

Ja, das Risiko ist aber deutlich kleiner als bei allgemeinen Chatbots. Mit Quellenangaben lässt sich jede Antwort schnell überprüfen.

Welche Dateiformate lassen sich einbinden?

Üblich sind PDF, Word, Text, Webseiten, Wiki-Inhalte und E-Mails. Gescannte Dokumente brauchen zuerst eine Texterkennung.

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