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Cyberversicherung für KMU: Was Versicherer heute verlangen

IT-Sicherheit4 Min. Lesezeit

Sicherheits-Dashboard auf einem Monitor

Gemäss einer Erhebung von Deloitte vom August 2026 bestehen in der Schweiz rund 72’000 Cyberversicherungen. Bei den KMU ist erst etwa jedes neunte Unternehmen versichert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Versicherer deutlich. Wer heute eine Police abschliessen oder verlängern will, muss einen Fragebogen ausfüllen, der eher einem IT-Audit gleicht.

Dieser Beitrag zeigt, was eine Cyberversicherung leistet, was die Versicherer abfragen und worauf Sie beim Ausfüllen achten sollten.

Was eine Cyberversicherung abdeckt

Die meisten Policen bestehen aus zwei Teilen. Der Eigenschaden umfasst die Kosten im eigenen Betrieb: Wiederherstellung von Systemen und Daten, forensische Untersuchung, Betriebsunterbruch und je nach Vertrag die Krisenkommunikation. Der Drittschaden deckt Forderungen von Kunden oder Partnern, etwa wenn deren Daten abfliessen.

Viele Versicherer bieten zudem eine Notfall-Hotline mit spezialisierten Firmen an, die im Ernstfall innert Stunden helfen. Gerade für kleinere Betriebe ist dieser Teil oft wertvoller als die eigentliche Zahlung.

Diese Massnahmen prüfen Versicherer

Die Fragebogen unterscheiden sich im Detail, die Kernpunkte sind aber bei allen gleich:

  • Multi-Faktor-Anmeldung für E-Mail, Fernzugriff und Administratorkonten. Ohne MFA lehnen viele Versicherer den Antrag ab. Wie die Einführung gelingt, steht im Beitrag zur Multi-Faktor-Authentifizierung.
  • Datensicherung, die vom Netzwerk getrennt oder unveränderbar ist und regelmässig getestet wird. Die Grundlagen beschreibt die 3-2-1-Regel.
  • Updates für Betriebssysteme, Server und Firewall innert definierter Fristen. Systeme ohne Herstellersupport, etwa Windows Server 2016 ab Januar 2027, werden kritisch beurteilt.
  • Schutz der Endgeräte mit einer aktuellen Lösung, die verdächtiges Verhalten erkennt und meldet.
  • Getrennte Administratorkonten, die nicht für E-Mail und Surfen verwendet werden.
  • Schulung der Mitarbeitenden, insbesondere zum Erkennen von Phishing.
  • Ein Notfallplan, der festhält, wer im Ernstfall was tut.

Vorsicht beim Fragebogen

Die Antworten im Fragebogen werden Teil des Vertrags. Stellt sich nach einem Vorfall heraus, dass eine Angabe nicht stimmte, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder ganz verweigern. Typische Stolpersteine sind:

  • MFA ist für die meisten Konten aktiv, aber nicht für ein altes Servicekonto oder den Zugang des Softwarelieferanten.
  • Es gibt ein Backup, aber die Wiederherstellung wurde nie geprüft.
  • Ein einzelner Server läuft noch ohne Updates, weil die Software nicht freigegeben ist.

Füllen Sie den Fragebogen deshalb nicht allein im Büro aus. Gehen Sie ihn Punkt für Punkt mit der Person durch, die Ihre IT betreut, und halten Sie fest, worauf sich jede Antwort stützt.

Was die Versicherung nicht ersetzt

Eine Police zahlt nach dem Schaden. Den Ausfall selbst verhindert sie nicht. Kundendaten, die abgeflossen sind, holt keine Versicherung zurück, und auch das Vertrauen der Kunden lässt sich nicht einkaufen. Die technischen Massnahmen bleiben deshalb die Grundlage. Die Versicherung deckt das Restrisiko ab, das sich mit vernünftigem Aufwand nicht weiter senken lässt.

Wie wir helfen

Wir prüfen Ihre IT anhand der üblichen Versicherungsfragen, schliessen Lücken und liefern Ihnen eine schriftliche Übersicht, die Sie für den Antrag verwenden können. Mehr dazu unter IT-Sicherheit.

Häufige Fragen

Was kostet eine Cyberversicherung für ein KMU?

Die Prämie hängt von Umsatz, Branche, Versicherungssumme und dem Stand der IT-Sicherheit ab. Für kleinere Betriebe beginnen die Prämien bei einigen hundert Franken pro Jahr. Gute Schutzmassnahmen wirken sich direkt auf den Preis aus.

Zahlt die Versicherung auch ein Lösegeld?

Das ist je nach Vertrag unterschiedlich geregelt und in vielen Policen eingeschränkt. Wichtiger ist, dass Sie dank funktionierender Datensicherung gar nicht vor diese Entscheidung gestellt werden.

Reicht unsere Betriebshaftpflicht nicht aus?

In der Regel nicht. Klassische Haftpflicht- und Sachversicherungen schliessen Cyberschäden meist aus oder decken sie nur sehr begrenzt. Fragen Sie Ihren Broker konkret nach.

Müssen wir alle Anforderungen erfüllen, bevor wir abschliessen?

Einige Punkte wie MFA und Datensicherung sind bei vielen Versicherern Voraussetzung. Andere fliessen in die Prämie ein. Ein ehrlicher Fragebogen mit einem Plan für die offenen Punkte ist besser als geschönte Angaben.

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