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Windows Server 2016: Support endet am 12. Januar 2027

Infrastruktur4 Min. Lesezeit

Technikerin mit Tablet im Serverraum

Am 12. Januar 2027 liefert Microsoft das letzte Sicherheitsupdate für Windows Server 2016. Danach bleibt jede neu entdeckte Lücke offen. In vielen KMU läuft genau diese Version noch: als Domänencontroller, als Dateiserver, als Terminalserver oder als Unterbau für das ERP.

Bis zum Stichtag bleiben knapp drei Monate. Für eine geplante Migration reicht das, wenn Sie jetzt anfangen.

Warum das Thema dringender ist, als es aussieht

Windows Server 2016 kommt selten allein. Häufig hängen weitere Produkte mit ähnlichem Alter daran, deren Support bereits ausgelaufen ist:

  • SQL Server 2016 erhält seit dem 14. Juli 2026 keine Updates mehr. Viele Branchenlösungen setzen genau diese Datenbank ein.
  • Exchange Server 2016 und 2019 sind seit dem 14. Oktober 2025 ohne Support. Ein lokaler Mailserver dieser Generation ist direkt aus dem Internet erreichbar und damit besonders gefährdet.
  • Office 2016 und 2019 auf dem Terminalserver haben ebenfalls seit Oktober 2025 keinen Support mehr.
  • Windows Server 2012 und 2012 R2 sind auch mit den kostenpflichtigen Zusatzupdates (ESU) seit dem 13. Oktober 2026 endgültig am Ende.

Wer also noch einen Server 2016 betreibt, hat oft gleich mehrere Baustellen auf einer Maschine.

Der Haken mit SQL Server 2016

Ein Punkt wird bei der Planung gerne übersehen: SQL Server 2016 wird auf Windows Server 2022 und 2025 von Microsoft nicht unterstützt. Ein reines Betriebssystem-Upgrade reicht deshalb nicht, wenn die Datenbank mitzieht. In diesem Fall muss auch die SQL-Version aktualisiert werden, und dafür braucht es meist die Freigabe des Softwarelieferanten.

Klären Sie deshalb zuerst mit dem Hersteller Ihrer Branchensoftware, welche Windows- und SQL-Versionen er für die aktuelle Programmversion freigibt.

So gehen Sie vor

  1. Bestand aufnehmen. Welche Server laufen mit welcher Version, und welche Dienste und Programme sind darauf installiert? Vergessen Sie virtuelle Maschinen nicht, die irgendwann für einen einzelnen Zweck aufgesetzt wurden.
  2. Abhängigkeiten klären. ERP, Buchhaltung, Zeiterfassung und Druckverwaltung haben eigene Anforderungen. Holen Sie die Freigaben der Hersteller schriftlich ein.
  3. Zielversion festlegen. Für neue Installationen empfehlen wir Windows Server 2025. Prüfen Sie dabei auch die Lizenzen, denn Server-CALs der Version 2016 berechtigen nicht zum Zugriff auf einen 2025er Server.
  4. Neu aufsetzen statt aktualisieren. Ein frischer Server mit sauber übernommenen Rollen und Daten läuft stabiler als ein In-Place-Upgrade über zwei Versionen.
  5. Umstellung planen. Domänencontroller, Dateiablage und Anwendungen lassen sich schrittweise umziehen. Die eigentliche Umschaltung legen wir in der Regel auf einen Abend oder ein Wochenende.

Und wenn es bis Januar nicht reicht?

Microsoft bietet für Windows Server 2016 kostenpflichtige Extended Security Updates an. Sie kosten pro Kern und Jahr und werden jährlich teurer. Als Überbrückung für einen einzelnen Server, dessen Software noch nicht freigegeben ist, kann das sinnvoll sein. Als Dauerlösung lohnt es sich nicht.

Wichtig: Ein Server ohne Updates darf auf keinen Fall direkt aus dem Internet erreichbar sein. Wenn die Ablösung länger dauert, gehört er zumindest in ein eigenes, abgeschottetes Netzsegment. Wie das aussieht, beschreiben wir im Beitrag über das Absichern des Firmennetzes.

Was wir übernehmen

Wir erstellen die Bestandsaufnahme, sprechen mit Ihren Softwarelieferanten und planen die Migration so, dass der Betrieb weiterläuft. Ob der neue Server auf eigener Hardware, auf Proxmox oder in einem Schweizer Rechenzentrum laufen soll, entscheiden wir gemeinsam. Mehr dazu unter Server & Virtualisierung.

Häufige Fragen

Läuft der Server nach dem 12. Januar 2027 einfach weiter?

Ja. Er startet und funktioniert wie bisher, bekommt aber keine Sicherheitsupdates mehr. Das Risiko steigt mit jedem Monat, weil neue Lücken bekannt werden und offen bleiben.

Können wir direkt von 2016 auf 2025 aktualisieren?

Technisch ist ein direktes Upgrade möglich. Wir raten trotzdem meist zu einer Neuinstallation, weil sich über die Jahre viel Ballast angesammelt hat und die Migration so besser planbar ist.

Wie lange dauert eine Servermigration in einem KMU?

Für ein Unternehmen mit einem bis drei Servern rechnen wir mit zwei bis vier Wochen von der Bestandsaufnahme bis zur Umschaltung. Die längste Wartezeit entsteht oft bei der Freigabe durch den Softwarehersteller.

Was passiert mit unserem lokalen Exchange Server?

Exchange 2016 und 2019 erhalten bereits keine Updates mehr. Möglich sind Exchange Server Subscription Edition, ein Wechsel zu Microsoft 365 oder ein anderes Mailsystem wie Zimbra. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile für Ihre Situation.

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